Neuseelands Weinregionen

Neuseeland produziert aktuell weniger als 1% des weltweiten Gesamtvolumens.

In Zahlen ausgedrückt heißt dies, dass laut dem Jahresbericht 2016 insgesamt 36.192 ha Rebflächen existieren.

Davon sind 28.321 Ha Weißwein und 7.960 Ha Rotwein, verteilt auf 2040 Vineyards.

2016 haben 675 Winzereien insgesamt 313.900 Hektoliter Wein produziert (vergleich, Frankreich 4.500.000).

Im Vergleich der angebauten Rebsorten liegt der Sauvignon Blanc mit insgesamt 303.711 Tonnen weiterhin unangefochten auf Platz 1, dahinter kommt Pinot Noir mit immerhin 35.661 Tonnen, Chardonnay (29.162t), Pinot Gris (24.892t) und Merlot (9,321t). Die größten Exportmärkte sind allen voran die USA, gefolgt von UK, Australien und Kanada - Deutschland liegt auf Platz 11.


Das Klima

Das Neuseeländische Klima ist sehr vielfältig, da sich die beiden großen Hauptinseln über 1600 Kilometer vom Norden bis in den Süden ziehen.

Das nördlichste Anbaugebiet Northland liegt auf 35°S und Central Otago 45°S gilt als das südlichste Weinanbaugebiet der Welt. Wenn wir diese zwei Orte mit Europa vergleichen heißt das, Northland liegt wie Jerez in Spanien und Central Otago wie Bordeaux.

Aber wieso produziert Central Otago dann keine schweren Clarets und Northland keine Heiß – Klimatischen, konzentrierten Weine? Die Antwort liegt an der isolierten Lage Neuseelands, umgeben von sehr viel Wasser. Nächster Stop wäre Chile!

 

Neuseeland, dass heißt: Maritimes Klima, mit einer moderaten Kühle vom Pazifik im Osten und dem Tasman Meer im Westen, gemäßigte Sommer und moderate Winter.

 

Interessant ist, dass 95% aller Weinberge innerhalb von 50 km zur Küste hin angelegt sind. Die einzige Ausnahme ist Central Otago. Fast alle Weinberge liegen im Osten des Landes, weil die Westküste zu nass ist. Die Ostküste wird von einer langgezogenen Alpenkette geschützt. Im Westen regnet es Durchschnittlich 1000 mm / Jahr, in Central Otago nur 400 mm / Jahr und ist damit die trockenste Region. In Napier oder im Bordeaux ist es die doppelte Regenmasse.

 

Um sich eine bessere Vorstellung zu machen, finden Sie hier einen Vergleich der Klimata:
Das Klima in Central Otago ist wie an der Mosel, Rheingau oder der Champagne.
Das Klima in Nelson und Wairau Valley ist wie im Burgund oder dem Willamette Valley in Oregon.

Das Klima in Hawkes Bay und Gisborne ist wie im Rioja, Bordeaux oder Yarra Valley.

Das Klima in Bay of Island ist wie im Chianti.

 

Was aber auf alle Regionen in Neuseeland gleich zutrifft, ist die Tatsache, dass die Nächte immer kühler sind im Vergleich zu anderen Gebieten. Dadurch kann der Wein mehr Säure produzieren.

 

Eine weitere Tatsache macht den Wein dort so individuell.
Wenn wir Central Otago als Beispiel nehmen, fällt auf, dass die Früchte wesentlich mehr Sonne abbekommen als diese bei 45°S eigentlich möglich ist. Central Otago hat aufgrund der extrem klaren Luft und dem Ozonloch 40% mehr UV Strahlung als vergleichbare Orte auf der Nordhalbkugel. Die meisten Orte der Erde mit ähnlicher Sonnenenergie hätten 45C°. In Central Otago kann es tatsächlich einen Tag- und Nacht Temperaturunterschied von 30C° haben!

 

Wie wirkt sich dieses Klima nun auf die Früchte während der Veraison, also dem „Reif werden“ aus?

Warme Nächte über 18C° würden einen Verlust von Aromen und Farbstoffen beim Rotwein bewirken.
Kalte Nächte hingegen bewirken, dass sich in der Beere intensivere Aromen bilden und der Wein später eine tief – dunkle Farbe bekommt.

Karte Neuseeländischer Weinanbaugebiete

Durchsuchen Sie hier die Regionen nach Ihrem Lieblingswein: