Auckland

Auckland Wein
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Auckland war einst das pulsierende Herz des Neuseeländischen Weinbaus. Villa Maria pflanzte die ersten Reben in dieser Region. In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts kamen viele kroatische Bauern in diesen nördlichen Teil Neuseelands um dort ein neues Leben anzufangen. Sie kauften Land, pflanzten die ersten Rebstöcke und machten den ersten Wein. Sie liesen sich alle in und um Auckland nieder um dort ihre Freunde, Familie und die Community mit gespriteten Süßweinen – und später Tafelwein – zu versorgen. Über die Jahre dehnte sich die Großstadt Auckland immer weiter aus und auch die Suche nach geeigneten Klimata für den Weinbau führte dazu, dass die Dominanz des Weinbaus in dieser Region verloren ging. Es gibt sie noch, die Hardcore Winzer, die auf diese Region schwören, aber die meisten Produzenten haben sich in die Regionen Waiheke Island und Matakana verlagert. Regionen die landschaftlich wunderschön sind, wenig bewohnt und wo das Wetter und die Böden besser für den Weinbau geeignet sind.

 

Die Region Auckland ist in drei Subregionen untereilt:

 

West Auckland und Kumeau River

Auckland Wine
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Die Vorstädte breiten sich auf der Suche nach Land und bezahlbaren Wohnraum auch in Neuseeland weiter aus und es wird immer mehr Land benötigt. Diese Region produziert gerade einmal 0,5 % des Neuseeländischen Gesamtertrags, irgendwo zwischen Wohngebieten bestehend aus Einfamilien Häusern. Hier ist es nur eine Frage der Zeit bis auch die letzten Weingärten verschwinden.


Das Klima in dieser Region ist im Vergleich zu anderen als durchaus schwierig zu bezeichnen. Während es in den Marlboroughs 700mm Regen im Jahr gibt, fällt hier in Auckland das doppelte – 1400mm. Die Temperatur ist mit der im Rioja oder dem Yarra Valley vergleichbar. 16,6 °C während der Reifephase. Der Grund wieso es trotzdem etwas kühler ist, als der Breitengrad vermuten lässt ist, dass die Region West Auckland und Kumeau River auf einem schmalen Landstreifen von viel Wasser umgeben ist. Das Tasman Meer liegt 15 Kilometer westlich und der Pazifik ist in östlicher Richtung auch nur 20 Kilometer entfernt und kühlt die Region somit sehr gut runter.

 

Kumeau River Vinyards ist die bekannteste Winzerei in dieser Region und beweist, dass Chardonnay hier sehr gut zurecht kommt.
Michael Brajkovich, Neuseelands erster Master of Wine und Winzer bei Kumeau River erklärt, dass Frühjahrsfröste durchaus eine große Rolle spielen können.

2012 / 2013 verloren sie dadurch zwei Drittel ihrer Blüten. Die Jahrgänge 2010 und 2015 waren davon auch sehr betroffen. Michael erzählt, dass sich die Menschen in dieser Region immer wieder darüber beschweren, dass sie Nachts um 3 Uhr mit dem Helikopter fliegen um die warme Luft auf den Boden zu befördern. Kumeau River ist die einzige Winzerei in dieser Region, die es mit ihrem Chardonnay an die Weltspitze geschafft hat.

 

Waiheke Island

Waiheke Island
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Waiheke Island liegt nordöstlich von Auckland.

Nach einer kurzen Fährfahrt von nur 40 Minuten erreicht man diese kleine, atemberaubende Insel. Aufgrund des Klimas und der entspannten Einstellung der Bewohner, liesen sich auf Waiheke Island Hippies, Künstlern und ausgebrannte Großstädter nieder. Nachdem die Insel mit einer schnellen Fährverbindung erschlossen wurde, stiegen die Preise für Land, gestresste Großstädter kauften sich ihr Wochenendhäuschen in Premium Lagen und ist heute ein verrückter Mix aus Alternativen Menschen, Millionären und allem dazwischen. Bis heute gibt es dort keine Ampeln und auch keine Fastfood Ketten, dafür gibt es immer mehr Besucher, die mit Doppeldecker Bussen die Insel rauf und runter „entdecken“. Aktuell besuchen Waiheke Island ca. 900.000 Besucher jährlich um die weißen Sandstrände, die Urwälder und die Winzereien zu besuchen. Eine der Hauptattraktionen sind die Weingüter, die auf ihrer Terrasse mit Blick über den Hauraki Golf Weinproben anbieten.


In den 1980er Jahren entdeckte Kim Goldwater die Insel für den Weinbau, weitere Weinpioniere wie Stonyridge und Te Motu folgten ihm um Bordeaux Stil – Weine zu produzieren. Heute gibt es auf der nur 200 Hektar großen Inseln 92 Weingüter und sie alle Produzieren Bordeaux Cuvées, Syrah, Viogner und Chardonnay.

 

 

Die Winzer wurden durch die geschützte Lage der Insel magisch angezogen. Im Osten schützt die Coromandel Halbinsel und im Westen die Waitakere Berge vor Wind und Regen.Die Regenmenge ist dadurch geringer als in Auckland und daher auch etwas sonniger und wärmer. Die Küstenwinde und das viele Wasser um die Insel wirken sich kühlend auf die Temperaturen aus.

Das Klima ist insgesamt länger im Jahr mild und hat auch den meisten Sonnenschein.

Daher bietet es sich an, Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot anzubauen, die eine längere Reifephase benötigen. Auch wenn die Region trockener als Auckland ist, fällt während der Reifephase mehr Regen an als in anderen Regionen Neuseelands. Der Durchschnitt während der Veraison liegt bei 730mm, in Hawkes Bay, dem erfolgreichsten Neuseeländischen Produzenten für Bordeaux Blends und Syrah, sind es 421mm.

Waiheke Island hat eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und die Gefahr der Pilz- und Schimmelkrankheiten ist sehr hoch und bereitet den Lokalen Winzern viel Kopfschmerzen. Die Lehmböden auf der Insel helfen, das Wasser zu speichern, denn diese trocknen in heißen und Regenarmen Tagen nur an der Oberfläche aus und verschließen sich.

Auch wenn die Insel gut geschützt liegt, ist Wind trotzdem ein Problem. Der Wind kommt von allen Seiten und eine wirklich geschützte Lage zu finden ist fast unmöglich.

Die Weine von Waiheke Island sind nichts für den kleinen Geldbeutel. Denn die Hohen Landpreise und der Mangel an geschützten Lagen treiben die Preise ungewollt in die Höhe. Hinzu kommt natürlich dass das ganze Equipment auf die Insel verschifft werden muss. Weine von Waiheke Island sind daher meistens die teuersten Neuseelands.

 

Syrah ist heute die meist gepflanzte Rebsorte auf der Insel und nicht die Bordeaux Stile wie man vermuten möchte. Denn das Klima ist perfekt um Syrah zur vollen Reife zu bekommen. Syrah von Waiheke Island haben einen mittleren bis vollen Körper, mit dunklen Beerenfrucht- und Gewürzaromen.

Bordeaux Stile sind leicht rückläufig, obwohl diese Weine in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie durchaus gut mit den Originalen mithalten können. Die besten Weine sind hoch konzentriert und hoch komplex. Schlechtere Qualitäten zeigen oft grüne Aromen.

Weißweine sind in der Minderheit, aber es hat sich gezeigt, dass man hier große Pinot Gris, Chardonnay und Viogner anbauen kann. Das warme Klima gibt den Weinen einen vollen Körper mit reifen Fruchtaromen, mittleren Alkoholgehalt und einer moderaten Säure.

 

Matakana
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Matakana mit seinen weißen Sandstränden liegt ca. eine Autostunde nördlich von Auckland und gilt als ein beliebtes Ausflugsziel für viele im nördlichen Neuseeland. Tourismus ist heute die wichtigste Einnahmequelle des 25.000 Seelenortes. Matakana zäjlt bis zu 750.000 Besucher jährlich und bietet neben Postkarten Traumstränden auch gutes Bier, Wein, Oliven und Restaurants.

Laut dem New Zealand Tourism Research Institut steht Wein an zweiter Stelle, nach den Stränden, auf der To Do Liste der Besucher. Demnach haben es die Winzer nicht wirklich nötig ihren Wein zu exportieren.

 

Die ersten Reben wurden erst 1960 gepflanzt, die erste vitis vinifera Reben sogar erst 1979.

James Vuletich pflanzte die ersten Merlot, Cabernet Franc und Malbec Weingärten 1990.

Der Trend war – wie auf Waiheke Island - dass man Bordeaux Rebsorten, sowie etwas Chardonnay und Pinot Gris pflanzte. Seitdem kamen viele Rebsorten hinzu. Es wurde viel Syrah und auch viele Italienische Rebsorten, wie Dolcetto und Sangiovese, gepflanzt. Aktuell werden mehr als 28 verschiedene Rebsorten verteilt auf 65 Hektar kultiviert.


Das Klima ist Warm, Feucht und maritim und die Region hat oft Probleme mit Regen und tropischen Stürmen.

Von vielen Weinbergen kann man das Meer sehen. Durch diese Nähe zum Meer hat man eine ständig, leichte Meeresprise, die die Temperaturen Tag und Nachts auf fast dem gleichen Level halten.

Das Klima ist freundlich zu Spätreifeneden Weinbeeren, aber die Säureentwicklung ist schlecht. Durch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit steigt auch die Gefahr der Pilzkrankheiten. Daher gibt es aktuell auch nur einen Betrieb, der Biologisch arbeitet. Alle anderen sind auf das sprühen angewiesen.

Der Regenfall liegt irgendwo zwischen 900mm und 1380mm jährlich. Der Boden ist wie auch in Waiheke Island überwiegend aus Lehm. Matakana wird wahrscheinlich nie eine Region werden, die viel Wei produzieren kann. Denn die Landpreise sind auch hier sehr hoch.

 

Auckland
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