Canterbury

Canterbury und North Canterbury

Canterbury Weinbau

 

Die ersten Reben in Canterbury, auf Neuseelands Südinsel, wurden bereits 1840 von französischen Siedlern in Akaroa auf der Banks Halbsinsel, angepflanzt. Obwohl kein Winzer unter den Siedlern waren, fand man um 1872 vor jedem Wohnhaus der Siedler kleine Weingärten. Die Weine waren allerdings von schlechter Qualität und der Wille guten Neuseeländischen Wein zu keltern war so gut wie nicht vorhanden.
Heute ist die Akaroa mehr für seine Delfin Touren bekannt als für den Weinbau.
Die Geschichte des modernen Weinbaus in Canterbury beginnt 1960 als eine Gruppe von Weinbaustudenten die Region unter die Lupe nahmen. Man kam zu dem Ergebnis, dass es zwar möglich ist Wein anzubauen, aber der Wind, der Frost, die Vögel und Wespen ein großes Problem darstellen – dieses Problem besteht bis heute.

Robin Mundy pflanzte mit Hilfe von Danny Schuster, einem der Studenten, die ersten Weinberge und gewann mit seinem 1982er Pinot Noir eine Goldmedaille bei der Air New Zealand wine competition. Dieser Erfolg brachte Canterbury als Weinbauregion auf die Karten der Weinwelt.

Etwas weiter nördlich, im Waipara Valley, wurden 1980 fünf Weingärten angelegt. Die Region Waipara Valley ist durch die Bergkette Teviotdale Hills von den kalten Ostwinden geschützt. Diese Region wächst seitdem rapid an, denn heute findet man hier 90% der Weinbauflächen Canterburys. Sophie Glasman, eine Dame aus dem heutigen Elsass, war bereits damals der Ansicht, dass man auch in der Region Waikari auf dem Kalkstein wunderbare Weine produzieren kann. Einige Winzer beweisen heute das Sophie recht hatte und produzieren heute mit die feinsten Weine Canterburys in dieser Region. Waipara und Waikari wurden als North Canterbury deklariert, denn dies ist einfacher zu merken als die beiden Maori Namen. Waipara darf nicht mit Wairarapa verwechselt werden!

 

Geographie und Klima

Winter in Canterbury
Winter in Canterbury Copyright NZ Wine

 

Die wichtigste Region des Weinbaugebietes Canterbury liegt ca. 45 Minuten Autofahrt nördlich von Christchurch.

Waipara ist durch die Bergkette Teviotdale hills mit nur 500 Meter Höhe gut vor den kalten Ostwinden geschützt. Im Frühjahr und im Sommer jagen allerdings warme und trockene Winde vom Nordwesten durch die Region. Diese warmen Winde sind ein Problem, denn durch die starken Stürme können sich Blätter und Knospen lösen und die Trockenheit setzt die Pflanze unter Stress.

Baumreihen, genannt „shelter belts“ bremsen die Winde in der Region etwas ab.

North Canterbury liegt nur 250 km südlich der Marlboroughs und hat ein kühles Klima. Die Winter können mit Schnee und bis zu -15 °C sehr kalt werden. Frühjahrsfröste sind ebenfalls ein großes Problem in der Region. Dank er Southern Alps fällt in North Canterbury weniger Regen als in den Marlboroughs – nur etwa 623 mm jährlich. Am meisten Niederschlag fällt während dem Neuseeländischen Winter und Frühjahr. Die Kombination aus trockenem Sommer und den warmen Nordwestlichen Winden setzt die Pflanze unter Stress und eine Bewässerung im Sommer ist nötig. Während der Lesezeit ist die Gefahr groß, dass warme und sehr nasse Tropenstürme ihren Weg nach Neuseeland finden.

 

Canterbury Wein

Die Böden in Canterbury, Neuseeland

Südliche Alpen, Neuseeland
Southern Alps, Südinsel Neuseeland. Copyright NZ Wine

 

North Canterbury hat viele verschiedene Böden, aber nur drei sind für den Weinbau wirklich interessant: Glasnevin Gravel, Awapuni Lehm und Omihi Lehm.

Die Analyse dieser Böden umfasst ein 200 seitiges Werk der Lincoln University und würde den Rahmen meiner Webseite bei weitem sprengen.
Ich versuche es kurz zu beschreiben:
Glasnevin Gravel ist ein frei ablaufender, sandiger, mit Kiesel durchsetzter Boden. Pinot Noir von diesen Böden sind leicht und fruchtig. Pegasus Bay baut auch hier seine Weine an.

 

Omihi Böden sind durchsetzt mit Calcium Carbonat und kalkhaltigem, sandigen Kiesel. Diese Böden bringen die hochwertigsten Weine hervor.
Awapuni ist dem Boden in Omihi ähnlich, allerdings komplett ohne Calcium Carbonat. Beide Böden geben dem Neuseeland Pinot Noir dichtere Aromen, Gewicht und pikante Noten, welche man bei den fruchtigen Weinen in Glasnevin nicht findet.

 

Canterbury

Die Weinstile

Wein aus Neuseeland
Copyright NZ Wine

 

Pinot Noir aus Canterbury liegt im Stil irgendwo zwischen einem ehrlichen Marlborough Pinot Noir und einem robusten Central Otago Pinot Noir. Die Kräuer- und Veilchenaromen sind typisch für diese Region und man findet sie in jedem Pinot Noir aus Canterbury.

Viele Weine sind pikant und die, die auf den Lehmböden wachsen, bringen Tiefe und Struktur in den Wein.

Die warmen, sonnigen Sommertage mit den kalten Nächten und einer langen Wachstumsphase bringen komplexe Aromen und eine tolle Säure hervor. Die hochwertigen Pinot Noir in dieser Region werden fast ausnahmslos in neuen, französischen Eichenfässern gelagert.


Sauvignon Blanc ist auch hier die meistangebaute weiße Rebsorte. Sie haben eine knackige Säure und sind sehr reintönig. Allerdings sind Riesling und Chardonnay die Stars der Weißweine in Canterbury. Mit 20% Rebfläche in dieser Region liegt Riesling nach Pinot Noir und Sauvignon Blanc auf Platz drei. Riesling findet man hier in allen Stilen – von trocken bis süß und manchmal auch mit Botrytis. Riesling ist aus Canterbury ist klar, mit einer straffen Säure und hat sehr intensive Aromen. Um die schöne Aromatik zu bewahren wird Riesling meistens im Stahltank vergärt. Es wird aber auch mit Holzfassvergärung und der Reifephase auf der Hefe experimentiert. Die Komplexesten Rieslinge dieser Region zeigen eine hohe Fruchtkonzentration (Orange!) mit pikanten Noten und Botrytis.

Pinot Gris ist ebenfalls eine sehr beliebte Rebsorte in Canterbury. Das trockene und kühle Klima eignet sich gut um die frischen Aromen im Pinot Gris zu erhalten. Auch wenn diese Rebsorte nicht die hochwertigste ist, trauen sich die Winzer immer mehr zu experimentieren und lassen den Wein auf der Beerenhaut vergären, lagern ihn auf der Hefe oder lassen ihn im Fass reifen um mehr Textur und Körper zu erhalten.
Chardonnay wird nicht viel produziert, hat aber weltweit den Ruf einer der besten zu sein. Fruchtaromen sind ier nicht so ausgeprägt, aber dafür spielt Textur und Spannung eine große Rolle.