Central Otago

Alan Brady legt die ersten Weinberge an
Alan Brady legt die ersten Weinberge an. Copyright NZ Wine

 

Bereits kurz nach dem Goldrausch in den 1860er Jahren in und um Queenstown versuchten einige (französische) Privatleute Wein in der Region Central Otago anzubauen. Eine ernstzunehmende Unternehmung war dies allerdings nicht, obwohl der ein oder andere trinkbare Neuseeländische Wein dabei entstand. Es sollte über ein Jahrhundert dauern bis die kommerzielle Weinbaugeschichte beginnt.

 

Ann Pinckney, eine Krankenschwester und Alan Brady, ein Irischer Journalist waren die ersten die sich an den modernen Weinbau in Central Otago ran wagte. Alan Brady schrieb dazu einst:

 

What arrogance to assume that I, a refugee from city life, could produce wine in this remote and rugged mountain valley at latitude 45° S in a part of New Zealand inhabited mainly by merino sheep and rabbits“.


Aber nachdem man ja schon davor die ersten Reben pflanzte war die Erfolgsaussicht relativ hoch.

Die sogenannten „ersten fünf“ Weinbauern in dieser Region waren Verdun Burgess - Alexandra, Sue Edwards - Black Ridge, Bill Grant – Dunstan Road, Rolfe und Lois Mills – Rippon. Sie waren alle über weite Strecken verteilt und kultivierten die Weine in verschiedenen Regionen und Tälern.

Der erste Jahrgang aus Central Otago wurde erst 1987 raus gebracht. Dies waren Weine von den Winzereien Gibbston Valley, Taramea und Rippon. Zu dieser Zeit existierten um Cromwell noch keine einzigen Weingärten.
Grant Taylor von Valli Vineyards bringt die Region und ihr Potential ganz gut auf den Punkt: „Die kühleren Regionen zeigen das echte Potential von einem großen Central Otago Pinot Noir. Aber die Winzer hier haben auch realisiert, dass sie Geld verdienen müssen um zu überleben. Daher haben sich viele die etwas wärmeren Gebiete ausgesucht um die Chance von hohem Ertrag zu erhöhen“.

Das Ergebnis ist, dass 70 Prozent der Winzereien um Cromwell angesiedelt sind. Als die ersten Winzer ihre Rebstöcke in diesem Teil Neuseelands pflanzten, war die Stadt Cromwell nicht das was sie heute ist. 1992 und 1993 wurde der neue Stausee befüllt um die berühmten Obstgärten und Winzereien mit Wasser zu versorgen. Natürlich ging zu diesem Zeitpunkt ein Teil der ursprünglichen Landschaft verloren. Seit 1990 und dem darauffolgenden anlegen des Wasserspeichers stieg die Zahl der Weinberge enorm. Hatte man damals erst 19 Hektar, sind es heute 2000 Hektar, mit dreiviertel Pinot Noir bepflanzt.

 

Central Otago

Geographie und Klima

Central Otago, Neuseeland

 

Das Weinbaugebiet Central Otago auf der Neuseeländischen Südinseln gilt als das südlichste Weinbaugebiet der Welt. Central Otago liegt auf 45° S, zum Vergleich, die Weinbaugebiete um Kapstadt in Südafrika liegen auf 34° S. Aufgrund dieser abgeschiedenen Lage – nächster Stop Antarktis – ist es schwierig die optimale Lage zu finden und man muss mit vielen Problemen rechnen.

 

Central Otago liegt isoliert genau in der Mitte der Südinsel und ist durch die Berge drum herum gut geschützt. Wenn es in allen anderen Weinbauregionen in Neuseeland regnet, dann kann es gut sein das in Central Otago strahlender Sonnenschein ist. Die Region rund um Queenstown ist nämlich die einzige Weinbauregion Neuseelands ist die nicht an der Ostküste liegt. Die Region ist sehr trocken und erfährt im allgemeinen wenig Regen.

Das Thema Niederschlag finde ich in dieser Region besonders spannend. Im Westen von Queenstown findet man den Milford Sound, einer der berühmtesten Fjorde dieser Welt. Hier fallen ganze 6000 mm Regen pro Jahr! In Richtung Osten – also in Richtung Central Otago – müssen die Regenwolken erst über diverse Bergketten (Darran, Humboldt und Richardson Mountains) kommen bis sie schließlich in Queenstown abregnen können. Laut der Neuseeländischen Wetterinstitut hat Queenstown einen Durchschnittlichen Regenfall von nur noch 740 mm. Ein paar Kilometer östlich der Actionsport Hauptstadt Neuseelands kommt man direkt in das Gibbston Valley. Hier regnet es ebenfalls 740 mm im Jahr und ist zudem die kälteste Subregion Central Otagos. Wenn man nun von dort einfach durch das Gibbston Valley weiter fährt kommt man nach Cromwell und hier regnet es nur noch 437 mm. Ein paar Fahrminuten südwestlich von hier kommt man nach Alexandra und es wird jeden Meter trockener. 363 mm Regen jedes Jahr. Eine Bewässerung der Pflanzen ist daher unbedingt nötig. Ein Winzer erzählt, dass er im Sommer jeden Woche 15 Liter Wasser pro Pflanze benötigt.

 

Aber es warten noch viel mehr Probleme auf den Winzer: Frost ist in dieser Region ein großes Problem und hat schon vielen Winzern den Schlaf geraubt. Sogar während der Sommermonate in Neuseeland kann es gefrieren - 2012 im November und 2015 Schnee im Januar (Sommerferien in Neuseeland).

In manchen Jahren ist der Frühling so kalt, dass es zum Problem wird die Pflanzen zur vollen Blüte zu bekommen. Obwohl Central Otago so weit südlich liegt können die Sommer mit 30°C und mehr richtig heiß werden, während die Nächte trotzdem um den Gefrierpunkt liegen. Diese große Temperaturschwankung innerhalb eines Tages macht gerade Pinot Noir in dieser Neuseeländischen Weinbauregion so besonders, denn es bringt diese ganz speziellen Aromen hervor. Central Otago bekommt ebenfalls mehr UV Strahlen ab als andere Regionen auf diesem Breitengrad. Das liegt tatsächlich an der extrem sauberen und klaren Luft mit keiner vorhandenen Luftverschmutzung und dem Ozonloch genau darüber.

Also, wenn Sie hier im Sommer mal Campen gehen wollen ist das die ultimative Packliste: Mütze, Schal, Badehose, Sonnencreme. Damit die Beeren keinen Sonnenbrand abbekommen ist intensive Laubdachpflege sehr wichtig, u.a. auch, weil die Sonne in den Sommermonaten erst um 21 Uhr untergeht.

 

Milford Sound nahe Queenstown
Milford Sound nahe Queenstown

Die Böden in Central Otago

Neuseeland Wein Central Otago
Winter in Central Otago. Copyright NZ Wine

 

Die Böden in Central Otago haben eine 120 Millionen Jahre alte Geschichte. Aber keine Angst, ich mach es ganz kurz:

 

Central Otago war ursprünglich Tropisch und beheimatete unter anderem Schlangen und andere Reptilien. Bis vor 80 Millionen Jahren haben sich noch Berge gebildet und hörten dann auf zu wachsen. Seitdem haben sich Gletscher gebildet, schmolzen wieder ab, Bewegungen der Kontinentalplatten haben die Landschaft immer wieder dramatisch verändert, dann gab es wieder Gletscher usw. Daher findet man heute auch diese sanft geschwungenen Hügel in dieser Region.

 

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Böden hauptsächlich aus alten Gletschergestein und Schiefer bestehen. Die Eigenschaft ändert sich aber des öfteren. Manchmal findet man auch einen Anteil von Lehm, Quartz, Kiesel und Löss. Die Böden in Central Otago enthalten wenig organisches Material und Energie, daher ist das Management der Nährstoffversorgung sehr Zeitaufwendig.

 

Pinot Noir

Weinstile

 

Pinot Noir ist das heutige Gold der ehemaligen Goldgräber Region. Die fruchtigen Pinot Noir Reben stehen auf dreiviertel aller Weinberge und Central Otago produziert trotz der kleinen Größe ein viertel der Neuseeländischen Pinot Noirs. 1990 gewann der erste Central Otago Pinot eine internationale Auszeichnung und alle in Neuseeland waren schlagartig hellwach. Diese Weinbauregion musste sich ab diesem Zeitpunkt erst noch selbst entdecken. Heute steht Central Otago für große, dunkle Pinot Noir mit einer süßen Kirscharomatik, etwas Barrique und einem hohen Alkoholgehalt. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, sowie die hohe UV Strahlung verleiht den Weinen das ganz besondere. Die Weine sind meistens sehr dunkel in der Farbe, wobei dies etwas vom Winzer abhängt, sehr aromatisch und haben eine tolle Aromenvielfalt. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung erhalten die Beeren aber auch sehr viel Zucker und die Weine damit einen hohen Alkoholgehalt. Es gibt erste Versuche etwas früher zu ernten – mit Erfolg.

 

Es ist nicht alles Pinot Noir

Pinot Noir Central Otago
Copyright NZ Wine

 

Es gibt tatsächlich noch mehr als Pinot Noir in Central Otago!


Die meistgepflanzte Weiße Rebsorte ist Pinot Gris mit 12 Prozent. Die Stile variieren von trocken bis süß. Das kühle Klima bringt dem Wein viel Säure. Pinot Gris aus Central Otago zählt zu den besten in ganz Neuseeland. In er Regel wird Pinot Gris im Stahltank vergoren und gereift um seine Aromatik zu bewahren. Es wird aber auch hier, wie im Rest in Neuseeland, mit wilder Hefe, Hefesatzlagerung, Holzfassvergärung und Barrique Lagerung experimentiert – zum Glück! Die Möglichkeiten dieser Weißweinsorte sind noch lange nicht alle erforscht. Es gibt sogar einen Orange Wein aus Pinot Gris!

 

Eine weitere Rebsorte die hier ganz groß raus kommt ist Riesling. Die Stile können wie bei uns in Deutschland auch von trocken bis süß reichen. Aber da es so trocken ist, ist Botrytis eine Seltenheit. Riesling aus Central Otago hat in der Regel aber immer eine knackige Säure, ist kristallklar und hat Aromen von Zitrusfrüchten und Kräuter.

Chardonnay spielt gegenüber Riesling und Pinot Gris nur eine Nebenrolle. Dieser Weißwein ist wie man ihn sich aus einem kühlen Klima wünscht: sauber, knackig, Apfelaromen, Nektarine, Zitrusfrucht und manchmal etwas Mineralität.

Weitere angebaute Rebsorten sind Osteiner, Gamay, Gewürztraminer, Grüner Veltliner und Chenin Blanc und natürlich – Sauvignon Blanc.

 

Download
Karte der Weinregion Central Otago zum kostenlosen Download
Hier können Sie sich zusätzliche Informationen zu den Weingütern und der Weinbauregion Central Otago auf Neuseelands Südinsel downloaden. Der Download und die Karte ist natürlich kostenfrei,
Central-Otago-Wine-Map.pdf
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