Gisborne

Gisborne Wein
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Als Captain James Cook mit seiner HMS Endavour das erste mal vor Neuseeland ankerte, war es genau hier vor dem heutigen Gisborne. Sein erster Besuch und die Entdeckung Neuseelands war nicht so nett und erfolgreich. Nach ein paar Meinungsverschiedenheiten mit den Bewohnern der Nordinsel und neun toten Maori, verlies er diesen Ort wieder und nannte ihn anschließend Poverty Bay, was so viel wie „die arme Bucht“ bedeutet.

 

 

Gisborne ist aber auch der östlichste Teil Neuseelands, hier kann man den Sonnenaufgang als erstes betrachten. Das heißt, von der romantischen Sichtweise, Girborne's Weinberge sind täglich weltweit die ersten, die die warmen Sonnenstrahlen abbekommen. Der Maori Name für diesen Ort ist Tairawhiti, „Die Küste an der die Sonne aufgeht“.

 

Die 2475 Stunden Sonnenschein pro Jahr, das moderate Klima und die weiten Ebenen, machen diese Region zu einem Hotspot für die Landwirtschaft. Hier werden auch viele Kiwifrüchte, Äpfel und Avocados angebaut. Wein ist bei weitem nicht das beliebteste Landwirtschaftliche Produkt in dieser Neuseeländischen Region. Von 2008 bis 2018 ging die Anbaufläche für Wein um 40% zurück.

 

Gisborne Wine

Geschichte

Sonnenaufgang in Gisborne
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William Williams, geboren 1800 in Nottingham, reiste schon früh als Missionar nach Neuseeland. Dort baute er 1840 (Mess-) Wein an.

1850 kam der französische Vater Lampila nach Gisborne und pflanzte ebenfalls Wein an und baute auch eine Kirche. Allerdings dachte er zu diesem Zeitpunkt er sei in Hawkes Bay. Bei seiner Anreise kam er durch starke Südwinde vom Kurs ab und landete 200 Kilometer weiter südlich.

 

Friedrich Wohnsiedler, ein deutscher Immigrant, kam nach Neuseeland um dort eine Deutsche Metzgerei zu eröffnen. Nach ein paar Jahren wurden er und seine Familie von einem wütenden Anti – Deutsch – Mob verfolgt und die Metzgerei vernichtet. Das war 1914. Kurz darauf eröffnete er die erste richtige Winzerei in Waihirere. Seine Winzerei wuchs indem er viel gespriteten Wein an die lokale Bevölkerung verkaufte. Nach seinem Tod 1958 übernahm sein Sohn die Geschäfte. Die Winzerei wurde 1973 an Montana verkauft. Der nach ihm benannte „Wohnsiedlers Müller-Thurgau“ wurde zu einem Bestseller in Neuseeland.

Mitte der 1960er Jahren erkannten viele große Firmen das Potential von Gisborne als eine Weinregion für billigen Massenwein. Zwischen 1965 und 1969 stieg die Anbaufläche für Wein von 27 auf 263 Hektar an. Es wurden unglaubliche 20 Tonnen Wein pro Hektar, der Rebsorten Müller-Thurgau, Palomino und Chasselas, geerntet!

Um das Jahr 2000 gab es tatsächlich immer noch 200 Hektar Müller-Thurgau in der Region Gisborne.

In den frühen 1990er Jahren hat dann aber die Region Marlborough so viel Wein produziert, dass diese die Region Gisborne als Massenproduzent ablöste.

Eine Gruppe an Winzern fing aber schon früh an die Region neu zu interpretieren. Matawhero Wines pflanzte 1968 bereits Rebsorten wie Gewürztraminer, Chardonnay und Chenin Blanc. Der erste Jahrgang 1975 musste noch in 200 Liter Plastikfässern produziert werden. Als Queen Elisabeth II 1977 Neuseeland besuchte wurde ihr ein Glas Mathawhero Wein serviert.
James und Annie Millton haben mit ihrer Zukunftsvision von Gisborne bewiesen, dass Gisborne wirklich feine Weine produzieren kann. Heute zählen sie und viele anderen zu den besten Winzern Neuseelands und ihre Weine sind Weltweit für ihre hohe Qualität bekannt.

 

Gisborne

Geographie und Klima

Gisborne Neuseeland
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Gisborne ist Neuseelands östlichster Punkt mit einem Maritimen Klima und viele Sonnenstunden (2475 jährlich).
Die Berge um Gisborne herum formen eine natürliche Hufeisenform und somit sind die Weinberge ausschließlich in Richtung Küste ausgerichtet. Dies führt dazu, dass die Winzer in dieser Weinregion wenig bis gar keine Probleme mit Frost haben.

Seit 1983 hatten die Winzer in Gisborne nur drei Jahrgänge mit Frost. Die Nähe zum Ozean bringt den Weinbergen eine frühmorgendliche kühle Brise und die Abende sind dadurch ebenfalls mild.

Die Berge im Inland führen aber auch dazu, dass die Regenwolken vom Ozean kommenden nicht weiterziehen können. Der durchschnittliche Regenfall in dieser Region ist daher auch etwas höher als an anderen Küstenregionen in Neuseeland (1000 mm jährlich).

Der Regenreichste Monat ist Juli (Winter in der südlichen Hemisphäre) und Regen während der Erntezeit ist auch keine Seltenheit. Im März und April, die Erntemonate, fällt im Schnitt 100 mm Regen.

Eine weiterer Risikofaktor sind Zyklone, die viel Regen, Feuchtigkeit und Wind in diesen kritischen Monaten mitbringen. Trotzdem hat Gisborne ein moderates Klima durch sein Nord – Westlichen Winde. Dass führt dazu, dass Gisborne meist die erste Neuseeländische Weinregion ist, die mit der Ernte beginnen kann. Dadurch können die reifen Trauben gelesen werden, bevor dass regnerische Herbstwetter kommt.

 

Weinstile

Gisborne
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Gisborne nennt sich selbst „Chardonnay Capital of New Zealand“. Mengenmäßig ist Gisborne aber bei weitem nicht die größte Region für Chardonnay, sondern – und wie soll es anders sein – Marlborough. Auch ging die Anbaufläche für Chardonnay stark zurück. Von 1084 Hektar in 2010, auf nur noch 620 Hektar in 2017.

In der gleichen Zeitspanne ging die Anbaufläche für Wein insgesamt runter. Von 2083 Hektar auf 1246 Hektar. Chardonnay ist aber immer noch die meist gepflanzte Rebsorte in Gisborne. Die Weine haben einen vollen, runden Körper mit Aromen von reifen Steinfrüchten. Diese Weine genießt man am besten Jung. Chardonnay aus dieser Weinbauregion ist im Vergleich zu den südlichen Regionen Neuseelands weicher und Vollmundiger.

Je nach Preislage können die Weine einfach, fruchtig und nicht im Holz ausgebaut sein, bis hin zu Weinen die ein schönes Brioche Aroma haben und mit wilden Hefen Barrique vergoren sind um mehr Komplexität zu erhalten.

 

Gleich nach Chardonnay sind Aromatische Weißweine die am meist angebauten Weine.

Pinot Gris steht mengenmäßig gleich an zweiter Stelle. Pinot Gris wird meistens im Stahltank bei kühlen Temperaturen vergoren um die Fruchtigkeit und die Frische zu bewahren. Die Weine haben einen vollen Körper mit einer sanften Säure. Der Weinstil variiert von trocken bis süß, mit Aromen von rotem Apfel, Birne und Kräuterwürze.

 

Gewürztraminer hat in Gisborne eine lange Tradition. Schon als Bill Irwin von Mathawhero 1970 die ersten Gewürztraminer Rebstöcke pflanzte, erkannte man weltweit sehr schnell das hohe Potential dieses Weißweins in Gisborne. Mit seinem niedrigen Säuregehalt, dem wuchtigen Körper und seinen würzigen Aromen, ist es eigentlich ein sehr schwer zu vermarktender Wein. Aber in China sind diese Premium und Ultra Premium Weine sehr beliebt.

 

Natürlich wird in dieser Region auch Sauvignon Blanc angebaut, wenn auch nur 120 Hektar. Hier entstehen Sauvignon Blancs, die vollmundig, tropisch und weniger pikant sind als auf der Südinsel. In der Regel ist dies nicht die Rebsorte die man in Gisborne sucht.

 

Im Moment scheinen für Neuseeland neuartige Weißweine ein Trend zu werden.

Die spanische Sorte Albarino wird seit 2011 an einigen Lagen gepflanzt und es sieht ganz danach aus, dass dies eine neue, hochwertige Rebsorte für dieses Gebiet ist.

Aber auch Viogner und Chenin Blanc von Millton Vinyards kommen hier sehr gut raus.

Man findet dazu noch Reben wie Petit Manseng, Verdelho, Fiano, Lagrein, Marsanne und Vermentino. Nicht alle dieser Rebsorten waren sehr erfolgreich, manchen hat man nach ein paar Versuchen wieder entfernt. Trotz allem sind doch einige übrige geblieben und werden weiterhin erprobt.


In Gisborne wird natürlich auch Rotwein produziert. Merlot und Pinot Noir sind die meist angebauten Rotweine, aber sie machen zusammen nur ca. 100 Hektar aus. Ein großteil des Piot Noir wird für die Schaumwein Produktion verwendet.