Hawke's Bay

Flood Plaines Hawkes Bay
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Bereits seit 1851 wird in Hawkes Bay Neuseeländischer Rotwein hergestellt. Mission Estate Winery, früher bekannt als Mission Vineyards, eine Winzerei gegründet von Missionaren, kultivierte in dieser Region bereits zwei Jahrzehnte vor dem Gold Rush in Central Otago Wein.

In den 1920er Jahren wurden Namhafte Winzereien wie Te Mata Estate, Vidal und Esk Valley gegründet.

Das war ein halbes Jahrhundert bevor die ersten Sauvignon Blanc Reben in Marlborough gepflanzt wurden und ganze 60 Jahre bevor der erste Pinot Noir in Central Otago in die Flasche abgefüllt wurde.

 

Die Geschichte des Weinbaus in Hawkes Bay beginnt am 24.12.1836 in Le Havre, Frankreich. Neun Maristische Priester und der neu geweihte Bischof für den Süd Pazifik, Jean Baptiste Francoise Pompallier, verließen Europa in Richtung Neuseeland. Die Schiffreise führte zuerst nach Chile. Dort wurde der Vorrat aufgefüllt und zwei Priester auf den heutigen franzöisch Polynesieschen Inseln abgesetzt, bevor es weiter nach Sydney und 1838 schließlich nach Neuseeland ging. Ihr Ziel war eigentlich Napier in Hawkes Bay, doch sie wurden von starken Winden nach Gisborne getrieben.

Als sie den Fehler ein Jahrzehnt später bemerkten, wanderten sie in Richtung Süden um dann doch tatsächlich noch in Napier anzukommen. Hier konnten sie ihre Mission nun endlich aufbauen. 1857 mussten sie sich allerdings erneut einen neuen Ort suchen, da sich zwei rivalisierende Maori um das dortige Land bekämpften. Die Priester und Mönche konnten hier endlich in Ruhe ihren Wein anbauen. Sie nutzten ihn nicht nur zur Messe, denn für die Französischen Missionare war Rotwein Teil ihrer täglichen Ernährung.

Laut der Geschichte von Mission Vineyards wurden 1895 bereits 703 Gallonen Rotwein verkauft. In den darauffolgenden Jahren wurde sehr viel, sehr guter trockener Rotwein von unterschiedlichen Winzereien produziert. Man hatte im Laufe des letzten Jahrhunderts immer wieder Weine aus Jahrgängen wie 1912 probiert. Sie wurden meistens als sehr hochwertig beschrieben. Doch die Beliebtheit der aufgespriteten Weine Anfang des 19. Jahrhunderts zwang viele der Winzereien dazu, diesem damaligen Trend zu folgen. Dieser Trend sollte noch bis in die 1980er Jahre andauern. In den 1980er Jahren gab es in Neuseeland eine Weinbaurevolution. Erst dann waren es ein paar Weinbau Pioniere, die die alten Palomino Reben entfernten und anfingen Chardonnay, Merlot und Cabernet Sauvignon zu pflanzen. Zu dieser Zeit wurden ebenfalls die ersten Syrah Reben in der Region Gimblett Gravels gepflanzt. Daraufhin kamen interessierte Winzer und Investoren aus Frankreich, Deutschland, USA und China in diese Region.

 

Geographie und Klima

Hawkes Bay
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Hawkes Bay liegt an der Ostküste der Nordinsel Neuseelands.

Hier herrscht ein Maritimes Klima.

Am östlichsten Punkt wachsen die Reben so nahe am Pazifik, dass sie bei Flut teilweise im Wasser stehen.

In Richtung Westen, also Inland, findet man Weinberge auf alten Schwemmlandböden, die bis zu den Bergen in 250 Meter Höhe reichen. Während nur 300 Kilometer südlich die Rebsorte Pinot Noir in der Cool Climate Region Martinborough angebaut wird, findet man hier in Hawkes Bay ein Hot Climate vor.

Es ist etwas wärmer als im Bordeaux und nur ein wenig kühler als im Napa Valley.

Die Hauptregion für die 5000 Hektar Rebflächen in Hawkes Bay sind die international sehr geschätzten Gimblett Gravels und das Bridge Pa Triangle. In dieser Region haben über 250.000 Jahre drei Flüsse ihren Weg aus dem Gebirge in den Ozean gesucht. Die Namen der Flüsse sind Ngaruroro, Tukituki und Tutaekuri – viel Spaß beim aussprechen! Über diesen langen Zeitraum haben diese Flüsse die Region mehrfach überflutet und sich immer wieder neue Wege gesucht. Heute findet man die meisten Hawkes Bay Weinberge auf diesen alten Flussbetten.

 

In Hawkes Bay gibt es insgesamt 25 verschiedene Bodentypen. Der Großteil dieser Region ist aber mit großen Flusssteinen bedeckt. Bridge Pa Triangle und Gimblett Gravels sind beispielsweise Terrassen mit großen Gesteinsbrocken wie man sie aus dem Bordeaux auch kennt. Diese Terrassen wurden von dem Fluss Ngaruroro geformt.


In Hawkes Bay bekommt man Rebsorten wie Syrah und Merlot, sowie in warmen Jahren Cabernet Sauvignon, zur vollen Reife. Aber es ist auch möglich sehr gute und hochwertige Sauvignon Blanc und Pinot Noir zu produzieren.

Um diese Anomalie zu verstehen, muss man Hawkes Bay in drei Bereiche einteilen:

Die Küste, die Flussebenen und die Berglandschaft. Der mäßigende Einfluss des Pazifischen Ozeans bringt eine dauerhafte Wärme mit sich. Dadurch sind Fröste in den Küstenregionen kein Problem. Aber in Te Awanga, weniger als 20 Kilometer von der Küste entfernt, können Frühjahrsfröste jedoch ein Problem werden. Und die Hügeligen Regionen in Heretaunga haben regelmäßig mit Frösten zu kämpfen.

Im Sommer ist die Küstenregion durch die kühlenden Brisen vom Meer Tagsüber nicht ganz so heiß, Nachts wird es nicht so kühl – verglichen mit den Regionen im Inland. Man fand heraus, dass dieser Wettereinfluss Weine mit weniger Säure, einem höheren pH Wert und weniger Parfümierte Aromen entstehen lässt. Das heißt, dass die Regionen im Inland gut geeignet für Sauvignon Blanc sind, denn Cabernet Sauvignon könnte hier nicht ausreifen.

In den Hügeln Inland lässt sich aufgrund der Höhe sehr gut Chardonnay, Gamay und Syrah anbauen. Und noch ein Beispiel wie unterschiedlich das Klima in Hawkes Bay ist: Fährt man mit dem Auto von Te Awanaga nach nach Gimblett Gravel, kann der Temperatur Unterschied bei bis zu 7°C liegen!

 

Die großen Steine bei Gimblett Gravel speichern viel Hitze, die sie während der Nacht wieder an die Rebstöcke abgeben. Dadurch werden die Trauben auch schneller reif. In dieser verrückten Neuseeländischen Weinbauregion ist es keine Seltenheit, dass die gleiche Rebsorte an zwei Unterschiedlichen Lagen mit einem Abstand von drei – vier Wochen reif werden. Ein großes Problem in dieser Region ist Regen und Zyklone zur Erntezeit. Viel regen führt kurz vor der Ernte zu Botrytis (Fäule oder Edelfäule, je nach Wein). Obwohl diese Region 750 mm Regen im Jahr hat, dürfen die Winzer nachwässern. Denn die Böden haben einen extrem guten Ablauf und speichern nur sehr wenig Wasser.

 

Hawkes Bay

Unbekannte Weltklasse Lagen

Hawkes Bay Wein
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Hawkes Bay produziert Weltklasse Weine – aber wieso sind sie nicht so berühmt wie andere Weine aus Neuseeland?

 

 

Hawkes Bay hat ein Viertel der Anbaufläche von Marlborough und baut neun verschiedene Rebsorten an.

Marlborugh hat mit der vierfachen Größe nur fünf Rebsorten.

 

Das ist für uns auf der anderen Seite der Erde natürlich nicht so leicht verständlich. Hier gibt es nicht die Assoziation wie „Marlborough und Sauvignon Blanc“ oder „Central Otago und Pinot Noir“.

 

 

Die Herausforderung in Hawkes Bay ist es nicht, dass man Rebsorten zur Berühmtheit macht, sondern die Region selbst.

Keine Region in Neuseeland hat eine so lange Geschichte wie diese.
Hinzu kommen natürlich Weine wie Te Mata Coleraine die schon mehrfach mit Medaillen geehrt wurden. Das Potential und die Klimatische Vielfalt dieser Region machen diese so einzigartig und einfach Weltklasse.

 

Hawke's Bay

Wein Stile in Hawkes Bay

Wein aus Hawkes Bay, Neuseeland
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Hawkes Bay produziert hauptsächlich Rotweine von Weltruf. Man nennt sie gerne „Bordeaux Blend“ oder „Bordeaux Stil“. Die Region hofft schon seit langem, dass sie von dieser Assoziation weg kommen, denn der Wein kommt schließlich aus Hawkes Bay und nicht aus dem Bordeaux.


Man findet hier einfach zu trinkende, fruchtige Merlots bis hin zu saftigen und schweren Cuvees und alles zwischendrin.

Ein Viertel der Rebflächen sind Bordeaux Rebsorten – das macht Hawkes Bay zur Neuseeländischen Hauptstadt für Cuvees.

Merlot dominiert meistens die Cuvees, da Cabernet Sauvignon in kühlen Jahren nicht ganz zur Reife gebracht werden kann. Diesen Stil kann man gut mit den Bordeaux vom rechten Ufer in warmen Jahren vergleichen: reife Frucht, strukturierte Tannine, und eine frische Säure.

 

Die Region Bridge Pa hat etwas mehr weichere Tannine und ist mehr Parfümiert als die Weine von Gimblett Gravel.

Manche Erzeuger geben in die Cuvee Cabernet Franc und Malbec hinzu, um mehr Komplexität in den Wein zu bekommen.

 

Aber Syrah ist die eigentliche grandiose Rebsorte in Hawkes Bay. Syrah hier ist elegant, würzig und herzhaft. Ein wenig so wie die typischen Syrah von der nördlichen Rhone, nur mit den typischen süßen schwarzen Früchten im Aroma, wie man sie aus der Neue Welt kennt. Wenn es aber um Marketing geht, kommt Syrah aus Hawkes Bay nicht gegen die fetten, schweren Shiraz aus Südaustralien an.

 

 

Unglaubliche 50% der Weinberge sind mit weißen Rebsorten bepflanzt – und Chardonnay übernimmt die führende Rolle. Die Stile von Chardonnay reichen von Stahltank ausgebauten Weißweinen mit Zitrusaromen und Präzision bis hin zu reichhaltigen in Barriques ausgebauten Weinen.
Den Sauvignon Blanc, den man hier findet, unterscheidet sich sehr zu denen im kühlen Marlborough. Sie sind etwas voller und haben eine andere Aromastruktur. Diese haben mehr grasige und mehr Zitrusaromen.

 

 

Insgesamt kann man sagen, dass die Weine in Hawkes Bay je nach Lage unterschiedliche Stile hervorbringen.

 

Es gibt auch ein paar wenige Weinberge mit Pinot Gris, Tendenz steigend. Die meisten kann man im Regal stehen lassen aber es gibt durchaus interessante und qualitativ hochwertige Weißweine dieser Rebsorte.

 

Des weiteren findet man Gamay, Tempranillo, Albarino und Viogner.