Marlborough

Die Geschichte der Marlboroughs

Marlborough

 

David Herd ist der Weinbau Pionier der Marlboroughs.

Er kam 1854 in diese Region und führte eine 20.000 Morgen große Farm, bis er zwei Jahrzehnte später genug Geld hatte um etwas Land zu kaufen. Dort kultivierte er Muscat Weine. Diese Region ist heute als die Southern Valley Region bekannt. Das Gelände nannte er damals Auntsfield. Bis zu seinem Tod 1905 erzeugte er hier Wein. Ein paar Jahre nachdem Herd anfing Reben in dieser Region zu pflanzen, kam George Freeth und eröffnete „Mount Pleasant Wine Vaults“. Seinen Wein verkaufte er bis 1958 an die lokale Gemeinschaft. Der Weinbau in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts war aus kulturellen, sozialen und legalen Gründen nicht sehr erfolgreich. Zudem war man der Meinung, dass diese Region zu kalt ist um Wein anzubauen. Erst als 1973 Frank Yukich ,der Direktor von Montana Wines, 20.000 Hektar Land für 1,3 Millionen Dollar kaufte, sollte es mit dem industriellen Weinbau los gehen. Yukich brachte daraufhin viele Reporter in die Region um seinen Wein probieren zu lassen. Die Reporter schrieben im Marlborough Express: „wines from here will become world famous“. Aber nicht alle waren ausnahmslos begeistert. Viele glaubten fest an einen Misserfolg.

Wie auch immer, Land war billig, das Klima im Norden der Neuseeländischen Südinsel war trocken mit viel Sonnenschein und die Stahltanks der Milchindustrie waren perfekt um Wein zu vergären. Mit der Zeit verschwanden nun immer mehr die Schafe aus der Region und immer mehr Wein wurde angebaut. 1986 fand man in den Marlborough 1,6 Millionen Schafe und 1000 Hektar Wein. 2077 waren es nur noch 597.000 Schafe und 13.000 Hektar Wein. In dieser Zeit sprang der Preis für ein Hektar Land von 8000 Dollar auf 255.600 Dollar. Im Jahr 1984 entdeckte David Hohnen das Potential der Marlborough und gründete Cloudy Bay. Von diesem Zeitpunkt an startete Sauvignon Blanc einen unvergleichbaren Siegeszug um die ganze Welt. Dies ist vielleicht sogar der Zeitpunkt, an dem viele Menschen das Land Neuseeland wahrnahmen.1990 kam sogar Queen Elisabeth II nach Neuseeland um zu sehen was diese Sauvignon Blanc Hysterie eigentlich sollte.

 

 

 

Von 1423 Hektar im Jahr 1990 verdreifachten sich die Weinberge bis 2000 auf 4050 Hektar. 2005 waren es bereits 16608 Hektar. Heute findet man 26000 Hektar Sauvignon Blanc Reben in Marlborough, Neuseeland.

 

Marlborough

Geographie und Klima

Flusskiesel Marlborough
Flusskiesel in den Marlboroughs (Copyright NZ Wine)

 

Marlborough liegt an der Nordost Spitze der Neuseeländischen Südinsel. An klaren Tagen kann man von dort bis zur Nordinsel blicken.

Die kalten Südwinde aus der Antarktis, genannt die „southerlies“, werden von der Kaikoura Bergkette abgehalten und in Richtung Wellington und Martinborough getrieben.

 

Marlborough hat den meisten Sonnenschein in ganz Neuseeland. Der jährliche Durchschnitt liegt bei 2475 Stunden. Das bestätigt auch der Maori Name für die Subregion Wairau Valley: „Kei puta the Wairau“ - „ Das Land mit dem Loch in der Wolke“.


Marlborough ist typischerweise auch sehr trocken. Aufgrund des guten Wasserabzugs des Bodens, ist Bewässerung durchaus nötig. Der nördliche Teil der Weinregion bekommt im Schnitt 2000mm Regen im Jahr ab, während das Zentrum nur 700mm abbekommt. Blairich Range hat ca. 1500mm Regen im Jahr. Diese Bergkette trennt die zwei Regionen bzw. Täler Wairau und Awatere.

Die Ost – West Achse spielt beim Klima ebenso eine große Rolle. Von der Küste im Osten steigt das Land langsam in die Höhe. Dadurch hat man im Inland keine kühlenden Meeresbrisen am Tag und Nachts geht die Wärme verloren. Frost ist im Inland ein großes Thema.

 

 

Marlborough hatte bei der letzten großen Boden Studie unglaubliche 87 verschiedene Bodentypen aufzuweisen. Aber fast alle sind von der gleichen Art: Flusskiesel, Löss, Sand, Schluff und Lehm. Die Bodentypen können sich auf engstem Raum unterscheiden.

 

Das Awatere Valley

Marlborough Sauvignon Blanc
Copyright NZ Wine

 

Über das Awatere Valley hat man bis heute wenig gehört. Es liegt 20 Kilometer südlich von Blenheim und ist nicht sehr touristisch. Man findet zwar einige geöffnete Winzereien, aber diese sind nicht so stylisch und bieten auch keine speziellen Restaurants an, wie im Rest von Neuseeland.

Tatsächlich werden hier aber ein Drittel aller Marlborough Weine angepflanzt.

 

Auf der Suche nach günstigem Land kamen die ersten Winzer 1986 in diese Region um ihr Glück zu probieren. Bis dahin war nicht klar ob es hier nun warm genug ist oder nicht. Wetterdaten zeigen aber, dass das Awatere Valley nur etwas kühler als Blenheim ist. Trotzdem hat man hier das Problem die Weintrauben zur vollen reife zu bekommen.

Die Blüte setzt zur gleichen Zeit ein wie im Rest der Marlboroughs, aber ernten kann man erst zwei – drei Wochen später. Im höher gelegenen Teil, dem sogenannten Upper Awatere Valley, reichen die Weinberge bis auf 200 – 300 Meter Höhe. Diese Höhe wirkt sich auf die Reife aus, man kann hier erst viel später ernten und die Frostgefahr nimmt dramatisch zu.

 

In diesem Tal ist Wind auch ein größeres Thema als weiter nördlich. Manchmal hat man hier Windböen von 100 km/h. Wind führt zu kleineren Traubenbündel, kleineren Trauben und dicker Beerenhaut. Dafür hat man aufgrund der natürlichen Ventilation weniger Probleme mit Pilzkrankheiten.

Sauvignon Blanc ist hier natürlich auch wieder die meist gepflanzte Rebsorte. Die Weine haben etwas mehr Säure und mehr grüne Aromen als im Wairau Valley, sind aber im gesamten nicht so intensiv aromatisch – was hier auch wirklich willkommen ist. Awatere Sauvignon Blanc hat dafür weniger tropische Aromen. Im Upper Awatere findet man Sauv's mit Johannisbeeren, Holunder Aromen, sowie Mineralische Noten.

Pinot Noir ist die meistangebaute Rotwein Rebe im Awatere Valley. Sie sind floral, kräuterwürzig und haben eine angenehme Säurestruktur.

 

Der Marlborugh Wein Stil

Copyright NZ Wine
Copyright NZ Wine

 

Marlborough ist ohne Frage Sauvignon Blanc Land.

89 Prozent aller Sauvignon Blanc aus Neuseeland stammen mit 20.600 Hektar von hier. 80 Prozent der angebauten Weine in Marlborough sind Sauvignon Blanc.

 

Marlborough Sauvignon Blanc wurde durch seinen eigenen Stil bekannt. Die Aromen mischen sich aus Tropischen Früchten und Kräuternoten mit einer hohen Säure. Dieser Weinstil ist unverwechselbar und einmalig. Die typischen Weine dieser Region sind einfach zu trinken und genauso einfach zu verstehen. Man braucht weder ein Weinbaustudium, noch eine Sommelierausbildung um Sauvignon Blanc aus den Marlboroughs zu verstehen – man trinkt ihn einfach in einer gemütlichen Runde.

 

Aber natürlich müssen auch die örtlichen Winzer sich Gedanken darüber machen, was denn nun als nächstes gerne getrunken wird. Die Antwort sind komplexe Weine mit einer gewissen Struktur. Es werden mit Handlese, ganze Trauben Vergärung, wilden Hefen, Fassreifung und Reifung auf der Hefe experimentiert. Teilweise mit riesigem Erfolg!

 

Pinot Noir hat nur einen Anteil von 11 Prozent in Marlborough – aber damit fast die Hälfte der Neuseeländischen Pinot Noir Weinberge (2757 Hektar von 5653 Hektar). Die Weinregion Marlborough stieg relativ spät in den Anbau von Pinot Noir ein. Doch heute können sie teilweise mit den großen Pinot Noir Regionen Martinborough und Central Otago mithalten. Winzer verstehen inzwischen, was die Rebe in dieser Region braucht und was nicht. Das spiegelt sich auch im Weinkeller wieder. Man möchte nicht diese Fruchtbomben produzieren wie man sie von älteren Jahrgängen kennt, sondern komplexe Pinot Noir mit Struktur. Aber natürlich gibt es auch hier wieder ausnahmen. Die günstigen Einsteiger Pinot Noir werden auch in Zukunft fruchtig bleiben.

 

Man findet in der Weinbauregion auch einige sehr gute Chardonnay. Ein Drittel aller Chardonnay Rebflächen Neuseelands, findet man hier. Das kühle Klima in der Region bringt Weißweine mit klaren Zitrus- und Steinfrucht Aromen, sowie eine lebendige Säure. Die Vielfalt von Chardonnay reicht von fruchtigen, im Stahltank ausgebauten Weinen bis zu Holzfass gereiften, fetten Exemplaren.

Chardonnay befindet sich mit Pinot Gris momentan in einem Wettlauf um den dritten Platz der meist angebauten Rebsorten. 1000 Hektar Rebfläche widerspiegeln mehr einen Trend als Marlborough als große Pinot Gris Region. Auch hier findet man zur Zeit jeglichen Stil, von knackigen Pinot Grigio Stilen bis zu fast trockenen und im Holzfass vergorenen Weinen.

 

Riesling und Gewürztraminer erhalten hier sehr interessante Fruchtaromen und eine ganz besondere Klarheit – egal ob trocken oder süß.

 

Mit die besten Schaumweine aus Neuseeland kommen ebenfalls aus dieser Region. Vergangene Jahrgänge wie z.B. von No.1 Family Estate zeigen, dass wenn der Wein gut wird, dann wird er richtig gut!

 

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