Nelson

Nelson in Neuseeland

 

Nelson liegt nur knapp 1 ½ Stunden westlich von Marlborough, am äußersten Nordwesten der Südinsel Neuseelands.

Die Region ist geprägt von Urwäldern, weißen Sandstränden und atemberaubenden Felsformationen. Hippies, Künstlern, Alternative und Aussteiger werden von diesem Ort magisch angezogen – auch Winzer findet man unter diesen Personen. Diese Region ist so schön, dass die Winzer ungern ihre Region verlassen um den produzierten Wein im Ausland zu bewerben.

Aber leider ist Nelson auch nicht das best gehütete Geheimnis: 110.000 Besucher kommen jährlich in diese Region um im Able Tasman Nationalpark zu wandern, Kajak zu fahren und Robben zu beobachten.

In Nelson findet man keine Weinberge bis zum Horizont, denn das Klima eignet sich auch wunderbar um Kiwifrüchte, Beeren und Hopfen anzubauen. Hopfen wird in dieser Gegend auch dringend benötigt, denn Nelson hat eine tolle und stetig wachsende Craft Beer Szene. Also, wer nach Nelson kommt sollte sich auch ein paar der lokalen Biere gönnen. Nelson hat nicht nur Wein, Bier und den größten Fischerei Hafen in Australasien, sondern auch eine interessante Lebensmittelindustrie. Man findet an jeder Ecke selbst hergestellte Oliven, Käse, Brot, Milchprodukte, Nüsse, Pilze, Marmeladen und vieles mehr.

 

Die Weinbaugeschichte von Nelson

Nelson
Copyright NZ Wine

 

Als 1843 das Schiff St.Pauli mit deutschen Immigranten in Nelson ankam, brachte man bereits Weinreben mit.

Man fand auf einem Hügel eine geeignete Stelle um diese Reben anzubauen. Die Zeitung „The Nelson Examiner“ schrieb damals:

 

„No emigrants are more valuable than the Germans and we hail the announcement of the intended cultivation of the vine with unfeigned pleasure“

 

- was übersetzt so viel heißt wie: „Kein Auswanderer ist wertvoller als die Deutschen und wir begrüßen die Ankündigung des beabsichtigten Anbaus der Rebe mit freiem Gefallen“.

 

 

Leider kamen die Deutschen Siedler zu einem schlechten Zeitpunkt an. Sie mussten das Land kurz darauf wieder verlassen, da sich die Gewalt zwischen den Maori und den westlichen Siedlern ausbreitete.

Es dauerte zwanzig weitere Jahre bis mit F.H.M. Ellis and Sons die erste Winzerei in Nelson öffnete.

Sie war von 1868 bis 1939 durchgehend im Betrieb.

Erst ab 1967 wurde dem Weinbau dann eine richtige ernsthafte Chance gegeben. Der Österreicher Hermann Seifried kam 1971 nach Neuseeland um Äpfel und Birnen anzubauen um daraus Cider zu produzieren. Aber bereits drei Jahre später pflanzte er die ersten Rebstöcke in Upper Moutere.

Tim und Judy Finn schlossen sich bald darauf an und pflanzten 1981 ihre ersten Rebstöcke für den ersten Neudorf Jahrgang. Man muss verstehen, dass Neudorf mit seinen jetzt erst vierzig Jahrgängen zu einer der ältesten und best bekanntesten Winzerei Neuseelands zählt. Vierzig Jahrgänge sind im Vergleich zu anderen Weinregionen auf dieser Welt noch nicht einmal der Anfang, es gibt noch viel zu lernen. 1983 hatte man gerade einmal 35 Hektar Weinberge, 2017 waren es bereits 1093 in ganz Nelson. Die längste Zeit verging damit, dass man herausfinden musste, welche Rebsorten am besten für diese Region geeignet sind. Man versuchte es mit Italienischen und Französischen Rebsorten. Heute weiß man, dass Chardonnay und Pinot Noir die besten Ergebnisse bringen.

 

Nelson

Geographie und Klima

Weinbau in Nelson
Im Hintergrund die Moutere Hills, vorne Waimea Plains. Copyright NZ Wine

 

Die Weinregion Nelson liegt am Rand der Tasman Bay und ist eine gut geschützte Lage. Im Landesinneren liegen mit Bäumen und Wäldern bewachsene Berge die bis zu 2327 Meter hoch sind, im Osten findet man die Richmond Range, eine Bergkette die Marlborough und Nelson trennt und der Westen wird vom Kahurangi Nationalpark vor den Westwinden geschützt. Die Lage am Meer bringt ein gemäßigtes Klima mit sich, dadurch sinkt die Frostgefahr enorm. In Nelson gibt es keine großen Temperatur Schwankungen, es ist im Sommer immer moderat warm aber nie heiß. Die Bewohner von Marlborough und Nelson streiten gerne darüber, wer denn jetzt den meisten Sonnenschein hat. Laut einer Studie hat Nelson nämlich mit 2472 Sonnenstunden im Jahres Durchschnitt nur 3 Stunden weniger Sonne als die Nachbarn in Marlborough. Nelson ist Neuseelands einzige Weinbauregion im Westen. Dies macht nur die geschützte Lage in der Tasman Bay möglich. Das heißt aber auch, dass diese Region mit 960 mm Regen im Jahr mit die Regenreichste Weinregion in Neuseeland ist.

 

Der Boden in Nelson

Neslon in Neuseeland
Copyright NZ Wine

 

Die Waimea Plains erstrecken sich von der Küste der Tasman Bay bis zu den Hügeln im Hinterland. Die Böden bestehen aus frei ablaufenden Kieselboden, die vor 18.000 bis 25.000 Jahren durch zwei Flüssen – Wairoa und Wai-iti, geformt wurden. An manchen Stellen findet man Schluff und Lehm, die die Feuchtigkeit gut speichern können. Aufgrund der geringen Fruchtbarkeit ist Bewässerung in sehr trockenen Sommermonaten unablässig. Die Weine die hier entstehen, egal ob Weiß- oder Rotwein, haben typischerweise einen leichten bis mittleren Körper, sind frisch, mit einer klaren Frucht.

 

 

Die Moutere Hills liegen nur ein paar Minuten Nordwestlich von Waimea Plains. Die Hügel erheben sich nur gemächlich und die Weinberge liegen auf nur auf etwa 50 bis 100 Höhenmeter. Der Unterschied zu Waimea Plains ist also nicht die Höhe, sondern der Boden. Vor mehr als einer Millionen Jahren wurde Kiesel mit einer dicke von einem Kilometer eingelagert. Seitdem haben sich Hügel geformt und der Boden hat sich dadurch erheblich verändert. Heute besteht dieser aus Lehm im Untergrund, bedeckt von sandigem Lehm. Dieser Boden kann das Wasser für trockene Sommer gut speichern. Die Weine die dadurch entstehen sind haben mehr Struktur und tiefe als die Weine von den Waimea Plains.

 

 

Nelson Wein

Weinstile in Nelson

Weinbau in Nelson, Neuseeland
Copyright NZ Wine

 

Sauvignon Blanc ist die meist gepflanzte Rebsorte in Nelson, Neuseeland. Die Weine sind trocken und nicht so Thiol Überladen wie die großen Brüder in Marlborough. In den Aromen findet man mehr süße Früchte und Apfel als in anderen Regionen.


Allerdings ist Nelson nicht für seinen Sauvginon Blanc bekannt, sondern hat sich mit Chardonnay einen großen Namen gemacht. Neudorf Vinyards hat mit seinem Marketing und dem konstant hochwertigen Chardonnays gezeigt, dass man in Moutere Hills exzellente Chardonnays hervorbringt. In den Waimea Plains findet man zudem grandiose Chardonnays von Greenhough. Trotz des Erfolges dieser beiden Winzereien in Sachen Chardonnay, wird die Rebsorte nur zu 10 Prozent in Nelson angepflanzt.
Pinot Noir ist die führende Rotwein Sorte in Nelson. In den Waimea Plains findet man leichte Stile mit viel Fruchtaromen und weichen Tanninen. In den Moutere Hills sind es Weine die mehr strukturiert und schwerer sind. Die Weinstile der beiden Regionen unterscheiden sich erheblich. Nelson hat nicht „die eine“ Rebsorte. Manche Winzer spezialisieren sich auf Burgunder Sorten, wieder andere auf aromatische Weiße.