Sauvignon Blanc aus Neuseeland

Sauvignon Blanc

 

Sauvignon Blanc gehört eher zu der Kategorie „einfach zu trinkender Wein“.
Man kühlt eine Flasche ein, reißt den Schraubverschluss auf, füllt die Gläser und siehe da: knackig, rein, spritzig, exotisch, Durstlöschend, einfach nur lecker! Sauvignon Blanc aus Neuseeland ist für mich ein guter Drink. Und das meine ich auch so, ein guter Drink wie ein erfrischender Gin & Tonic.

 

Eine Besonderheit bei Sauvignon Blanc ist, dass die Trauben vor der absoluten Reife gelesen werden. Man erhält dadurch die absolute Frische, sowie die typischen grünen Aromen im Wein. Ein guter Vergleich sind überreife Birnen, Äpfel oder Pflaumen. Bei diesen Früchten suchen wir ja auch die Frische und essen sie eher zu unreif als zu reif.

Für die typischen grünen Aromen wie Paprika und Stachelbeere sind Methoxypyrazinen, welche im Sauvignon Blanc zu finden sind, verantwortlich. Die exotischen und tropischen Aromen, wie z.B. Passionsfrucht, stammen von Thiolen.

 

 

Obwohl Sauvignon Blanc seit Jahrhunderten in Frankreich angebaut wird, hat er bis in die 80er Jahre kaum Beachtung gefunden. In Pessac-Léognan, Bordeaux, wird dieser Wein mit Semillion verschnitten und in den berühmten Weinbauregionen Poully Fumé und Sancerre wird der Wein unter eben diesen Bezeichnungen abgefüllt. Den Namen der Rebsorte Sauvignon Blanc sucht man auf den Etiketten vergeblich.
Es hat die Südinsel Neuseelands gebraucht um Sauvignon Blanc an die Spitze der Weinwelt zu setzen. Hier schreibt man die Rebsorte klar und deutlich auf das Etikett.
Obwohl die Weinbauregion der Marlboroughs absolut keine Reputation, kein Terroir, keine Geschichte und keine Region zu schützen hatte, hat man es dort geschafft etwas einzigartiges zu erschaffen, dass die Weinwelt zuvor noch nie getrunken hatte: Einen brillanten Wein, würzig, scharf mit grünen Aromen, aber doch eben auch exotisch. Das war nach dem großen Chardonnay Hype eine sehr willkommene Abwechslung.

 

 

Heute findet man Sauvignon Blanc weltweit. Durch den großen Erfolg in Neuseeland versuchte man weitere Orte zu finden um dort Sauvignon Blanc anzubauen. Da diese Rebsorte allerdings sehr wählerisch ist, fällt der Stil und die Qualität sehr unterschiedlich aus. Südafrika produziert gute Sauvignon Blanc, welche aber oft zu sauer und zu delikat sind. An Chiles Küsten werden die Weine ebenfalls zu sauer. In Kalifornien hat man schon immer ein Problem mit dieser Rebsorte und Frankreich macht einfach so weiter wie bisher. Obwohl Sauvignon Blanc eine sehr alte Rebsorte ist, existiert sie erst so richtig seit 1973, als sie erstmals in Neuseeland, in der Region Marlborough, gepflanzt wurde. Seitdem ist Sauvignon Blanc aus dieser Region aus der Südinsel der Maßstab – und mal ehrlich, dass wird auch so bleiben. Neuseeländischer Sauvignon Blanc ist der beste weltweit.

 

Die (neuseeländische) Weinbaugeschichte zu Sauvignon Blanc

Neuseelands bester: Sauvignon Blanc
Sauvignon Blanc Trauben

 

Die französischen Weinregionen im südwestlichen Frankreich und die Loire reklamieren den Ursprung von Sauvignon Blanc für sich. Endgültig geklärt ist die Herkunft dieser Rebsorte aber nicht.

 

Man weiß aber, dass Sauvignon Blanc eine natürliche Kreuzung aus Traminer und Chenin Blanc ist. Zudem spielte Sauvignon Blanc bis 1980 im Südwesten Frankreichs keine große Rolle. Mengenmäßig wurde mehr Semillion und Ugni Blanc angebaut.

Sauvignon Blanc ist ebenfalls für eine weitere Kreuzung verantwortlich. Im oder während dem 18. Jahrhundert kreuzte sie sich auf natürlichem Wege mit Cabernet Franc. Daraus entstand der heutige Cabernet Sauvignon.
Als man im 19. Jahrhundert, noch vor der Reblausplage, Reben aus dem Bordeaux nach Chile verkaufte, fand wahrscheinlich eine Verwechslung statt. Die sehr ähnliche (aber auch sehr langweilige) Rebsorte Sauvignon Vert, alias Sauvignonasse, wurde versehentlich mit unter gemischt. Man geht davon aus, dass in Chile noch heute viele Weinberge mit diesen beiden Rebsorten gemischt sind.


Zudem gibt es eine Rosa Mutation von Sauvignon Blanc, welche den Namen Sauvignon Gris trägt. Chile und Bordeaux kultivieren einige Weinberge damit. Sauvignon Gris hat ca. 20% weniger Ertrag und die Weine sind im Schnitt um 1% Vol. Alkohol stärker. Sie ist weniger scharf und würzig. Die Trauben sind etwas dunkler und darf nicht mit der Rebsorte Sauvignon Rouge verwechselt werden, welche immer noch in kleinen Beständen an der Loire zu finden sind.


Die moderne Geschichte beginnt aber in Neuseeland.

 

 

Ross Spence studierte Weinbau in Kalifornien und fand dort heraus, dass Sauvignon Blanc eine geeignete Rebsorte für Neuseeland sein sollte. 1968 pflanzte er die ersten Rebstöcke in Matua Road Vinyard / Marlborough– mit Erfolg. Die Weine waren wie für das Klima gemacht.

 

Erst 1979 wurde der erste kommerziell produzierte Sauvignon Blanc durch Montana (heute Brancott Estate) verkauft. Es sollte noch sieben Jahre dauern, bevor der Sauvignon Blanc seinen Siegeszug endgültig startete. David Hohnen und Kevin Judd gründeten Cloudy Bay und promoteten ihren Wein verstärkt in Großbritannien.

 

1985 wurden noch 2000 Tonnen Sauvignon Blanc geerntet, denn bis 1995 war Müller Thurgau die meist gepflanzte Weinreben in Neuseeland. 2005 erntete man bereits 300.000 Tonnen Sauvignon Blanc – das ist eine Steigerung von 2400% in nur drei Jahrzehnten!

Neuseeland Sauvignon Blanc

Klima

 

Das richtige Klima ist wichtig um eine perfekte Balance zwischen Zucker, Säure und den Aromen zu bekommen. Sauvignon Blanc treibt sehr spät aus und wird sehr früh geerntet und benötigt deswegen auch keine extreme Hitze.

Eine langsame Reife bringt bessere Aromen. Die optimalen Aromen entstehen kurz vor der optimalen Süße. Die größte Aromenintensität hat man kurz vor der optimalen Balance zwischen Zucker und Säure. Hier muss man sich als Winzer überlegen in welche Richtung der Wein gehen soll und wann der beste Lesezeitpunkt ist.
Leider werden die Trauben oftmals zu spät geerntet, was dazu führt, dass die Weine eine flache und ölige Textur bekommen. Während man in Frankreich den Klimawandel als Grund für zu reife Trauben nennt, setzt Neuseeland einen neuen Maßstab bei den Erziehungssystemen der Reben. Dadurch kann eine gute Belüftung gewährleistet und zu viel Hitze verhindert werden. Seit Neuseeland den weltweiten Standard für spritzige Sauvignon Blanc mit exotischen Aromen gesetzt hat, ist ein globaler Wettbewerb entstanden, in dem viele andere Weinbaugebiete diesen Stil kopieren möchten. Das Ergebnis sind oft überreifes Traubengut die fette, ölige und schweißige Weine entstehen lässt oder aber man erntet zu früh um die Säure zu bewahren, was wiederum auf Kosten der Aromen geht.

 

Boden

 

Die Böden in Neuseeland sind sehr unterschiedlich. Steiniger und sandiger Kies mit einer geringen Fruchtbarkeit und einer guten Drainage konkurrieren mit schwerem, fruchtbaren Ton und Schlick.

 

Alle produzieren gute, aber unterschiedliche Sauvignon Stile. In der Marlborough Subregion Awatere Valley, führt eine Mischung aus Schlicklehmen, Kies und Sand zu aufregenden Ergebnissen, und im Ure Valley findet man sogar Kalkstein. Im Wairau Valley verlaufen fruchtbare und unfruchtbare Bodentypen in weiten Reihen, die von Ost nach West verlaufen. Dies bedeutet, dass wenn Reben von Norden nach Süden gepflanzt werden, eine einzelne Reihe kräftige, spät reifende Reben mit großen Trauben und schwächere, früh reifenden mit kleinen Trauben haben.

 

Interessanterweise kann diese Mischung von schwach und stark, von tropischen- und Zitrusfrucht Aromen bis unreif und reif wirklich interessante und würzige Weine produzieren. Die schwereren Böden lassen Sauvignon Blanc in der Regel später reifen und geben ihnen krautige Aromen. Steinige Böden sind wärmer und lassen die Trauben früher reifen und geben reifere, üppigere Aromen an den Wein ab.

 

Neuseeländischer Sauvignon Blanc

Die Typischen Aromen sind grüne Paprika, frischer Spargel, tropische Früchte, Steinobst, Apfel und üppige Passionsfrucht. Die Weinstile variieren sehr stark, je nach Wein bekommt man auch sehr fruchtige Aromen wie Melonen und Limette. Die Weine auf der Südinsel, genauer gesagt aus Marlborough sind besonders bekannt und daher wundert es auch nicht, dass 80 Prozent der Neuseeländischen Sauvignon Blanc Ernte von dort stammt.


Auf der Nordinsel wird diese edle Sorte ebenso angepflanzt. Dort sind diese Weine weicher, reifer und haben mehr tropische Fruchtaromen, weil das Klima generell wärmer und milder ist.

Die Südinsel ist dagegen etwas kühler und die Früchte brauchen länger zu reifen. Somit erhält man Weine die knackiger, spritziger und leichter sind. In der Regel wird Neuseeländischer Sauvignon Blanc kalt vergoren, um seine berühmte Lebendigkeit zu erhalten. Allerdings findet man auch hier immer mehr Weine die im Barrique ausgebaut und gereift werden oder die einer Spontangärung unterzogen werden, um den Weinen mehr Tiefe und Komplexität zu verleihen.

Auch wenn die Maschinenernte sehr verrufen ist, wird von Wissenschaftler diese für Sauvignon Blanc in den Marlboroughs empfohlen. Dadurch werden die Thiole und damit der typische „Marlborough Duft“ besser erhalten als bei der Handlese. Wieso das so ist weiß man noch nicht. Die Forschungen laufen noch. (Stand 2018). 

 

Sauvignon Blanc ist mit 58% der angebauten Rebflächen und 85% des gesamten Weinexports der absolute Spitzenreiter in Neuseeland.

Sauvignon Blanc Marlborough

Ertrag

 

Der Ertrag bei Sauvignon Blanc Wein ist ganz unterschiedlich. Für die Weine, die jung und spritzig getrunken werden ist kaum eine Ertragsreduzierung nötig. Für Weine die etwas mehr Tiefe und eine längere Haltbarkeit haben sollen wird der Ertrag jedoch reduziert. Hier eine Übersicht:


Sancerre max. 68 hl/ha

 

Bordeaux max. 40 – 55 hl/ha

 

Kalifornien mind. 108 hl/ha

 

Chile mind. 109 hl/ha

 

Neuseeland variiert sehr

 

Im Weingut

 

Die Gärungstemperatur ist vom Weinstil enorm abhängig. An der Loire gärt man vergleichsweise mit hohen Temperaturen. 16 – 18 C° beträgt diese oft um die tropischen Früchte zu vermeiden, welche man ja in Neuseeland haben möchten. Die genannte Temperatur bringt dafür mehr Mineralität hervor.

 

Die Weingüter der Loire möchten mit ihren Weinen mehr das Terroir präsentieren als die Rebsorte selbst. Man geht dort sogar soweit, dass man Sauvignon Blanc mit bis zu 25 C° im Holzfass vergärt.
In Neuseeland verwendet man hauptsächlich Edelstahltanks und vergehrt bei einer niedrigen Temperatur um mehr Fruchtaromen zu bekommen.

 

Als sich der Sauvignon Blanc der Südinsel Neuseelands zum ersten Mal mit aufregenden Aromen von Stachelbeere, grünem Pfeffer, Spargel und Passionsfrucht auf unseren ahnungslosen Gaumen zeigte, war ein Grund für die Intensität des Weins eine unvermeidbare Zeit des Hautkontakts. Warum? Nun, es gab zu der Zeit keine Weingüter auf der gesamten Südinsel und die Trauben mussten mit Lastwagen und Fähre bis nach Auckland auf der Nordinsel fahren. Während der Erntezeit können Trauben und Saft bis zu 24 Stunden zusammen umherschwappen.

 

Allgemein kann man sagen, dass Sauvignon Blanc nicht zum lagern, sondern zum sofort trinken gedacht ist. Die Attraktivität liegt ja in der jugendlichen, knackigen Frische. Gute Neuseeländische Sauvignon Blanc reifen aber trotzdem sehr gut zwischen 5 - 10 Jahre in der Flasche. Sauvignon Blanc die gut reifen kommen im übrigen nicht aus einem bestimmten Weinanbaugebiet, sonder von einem bestimmten Winzer, der nur wenig Reben pro Hektar erntet.

 

Die Aromen und Genussempfehlung

Neuseeland: frischer Spargel, süße Passionsfrucht, Paprika, Tropische Früchte, Steinobst, Apfel

Restliche Welt: Vanille, Mineralisch, Dosenspragel

 

Trinken Sie Ihren Sauvignon Blanc kalt bei ca. 7 C° und genießen Ihn am besten mit Fisch, Thaigerichte, Meeresfrüchten und Krustentieren, Salat und rohes Gemüse oder Gerichte mit Tomaten- bzw. roten Soßen.