Schaumweine aus Neuseeland


Über Schaumweine und Methode traditionelle

 

 

Neuseeland hat ein riesiges Schaumwein Potential! Cloudy Bay's Pelorus und No.1 Family Estate zeigen, dass man in Neuseeland sehr sehr guten Schaumwein produzieren kann.

 

Da Neuseeland aber nur 5 Millionen Einwohner hat und am Ende der Welt liegt, interessieren sich die großen Champagner Hersteller leider nicht so sehr dafür wie sie es in anderen Ländern wie z.B. den USA tun (vgl. USA hat 325 Millionen Einwohner).
Das Klima auf der Südinseln ist nahezu perfekt für Schaumwein im Champagner Stil, genannt Methode traditionelle. Ein Vergleich von Klimatischen Daten aus verschiedenen Regionen von Jon D. Anderson zeigt, dass das Wairau Valley in den Marlboroughs zwischen der Champagne und dem Burgund liegt. Marlborough hat ein ähnlich hohen jährlichen Niederschlag wie die Champagne aber ist etwas wärmer und viel sonniger. Zum Vergleich, in den Marlboroughs gibt es 2400 Stunden Sonnenschein, in der Champagne hingegen nur 1630 Stunden. In den Marlboroughs benötigt man keine Nachzuckerung des Weines wie in der Champagne, denn Dank des Sonnenscheins erhält man genügend natürlichen Zucker. Dafür ist die Säure etwas niedriger.
Bisher gab es für Winzer in den Marlboroughs leider keinen Grund Schaumweine in großen Mengen zu produzieren. Den Sauvignon Blanc ist hier die Marktführende Rebsorte. Sauvignon Blanc wird innerhalb 6 – 24 Monate getrunken, bei Schaumwein ist der Reifeprozess und damit die Investition sehr viel höher. 2017 hatte Schaumwein lediglich einen Anteil von 0,5 % im Export.

 

No.1 Family Estate sind neben Nautilus Estate die Gründer der Neuseeländischen Schaumweinindustrie. Seit 1991 werden von ihnen Schaumweine mit der Champagner Methode produziert. Dass heißt, dass die Weine zuerst drei Jahre auf der Hefe reifen, welche dem Wein die typischen Autolyse Aromen wie Brioche gibt. Diese passen sehr gut zu den Fruchtaromen, die für die Marlborough Weine so typisch sind. Der Wein wird in Stahltanks vergärt und teilweise in Eichenfässern, sogenannten Barriques gereift. Die Rebsorten sind hier ausschließlich Chardonnay und Pinot Noir.

 

 

 

Daniel Le Brun (No.1 Family Estate)

 

 

 

Daniel wurde nur ein paar Kilometer südlich von Épernay – dem Champagne Mekka – geboren. Seine Familie ist seit 1750 in der Champagne Produktion aktiv. Nachdem er das Winzerstudium in Avize an der Cote de Blanc beendete, suchte er nach neuen und moderneren Herausforderung. 1975 zog es ihn nach Neuseeland, nachdem er dass Land einige Monate zuvor als Tourist besucht hatte. In den 80er Jahren kaufte er Land in den Marlboroughs. Er baute sich dort einen Keller wie er ihn aus der Champagne kannte und pflanzte zeitgleich die drei Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Meunier. 1985 brachte er seinen ersten Wein, einen Blanc de Blanc, auf den Markt. Doch 1996 wurde er von einem Geschäftspartner aufgekauft und somit verlor er auch die Winzerei. Heute gehört die Daniel Le Brun Marke zu dem Australischen Bierhersteller Lion. Seit seinem verlassen der Winzerei verlor diese viel an ansehen und auch Qualität der produzierten Weine. Trotzdem war Neuseeland zu diesem Zeitpunkt bereits seine Heimat. Er hatte da bereits zwei Kinder, Virginie und Remy, sowie seine Frau Adele. Daraufhin hat er die neue Winzerei No.1 Family Estate gegründet. Es ist bis heute die einzige Neuseeländische Winzerei die ausschließlich Schaumweine produziert. Es wird ausschließlich der Saft aus der ersten Pressung für die Produktion seiner Weine genommen. Den dieser ist der Qualitativ hochwertigste. Der Saft wird mit Hefe aus der Champagne versetzt und die dadurch entstehende Gärung wird bei 17 C° durch. Die traditionelle Flaschengärung wird durch automatisierte Gyropaletten anstatt durch händisches Rütteln durchgeführt. Daniel war der erste, der diese Technik in den 80er Jahren nach Neuseeland brachte.