Unsere Weingüter aus Neuseeland

Die Geschichte des Neuseeländischen Weinbaus

 

Weinbau in Neuseeland hat keine Jahrhundert lange Tradition wie wir es in Europa gewohnt sind. Tatsächlich ist der moderne Weinbau erst ein paar Jahrzehnte alt. Hier lesen Sie eine kurze Historie über die Höhen und Tiefen, von den aller ersten Anfängen, bis heute. 

 

1819 Der Anglikanische Missionar Samuel Marsden pflanzt erstmals Wein in Neuseeland 

 

1833 James Busby kam im Mai 1833 als Britischer Vertreter der Queen nach Neuseeland. Er hatte bereits Erfahrung im Weinbau und arbeitet zuvor bereits in Jerez / Spanien und in der Cote d'Or / Champagne.
Busby bestellte kurz nach seiner Ankunft einige Reben aus Sydney, dort hatte er die Jahre zuvor einen Botanischen Garten angelegt. Er pflanzte diese Reben auf seinem Grundstück in Waitangi im nördlichen Northland.
Zu diesem Zeitpunkt war seine Rolle als Politiker wichtiger als der Weinbau.
Am 6. Februar 1840 wurde das „Treaty of Waitangi“, eine Vereinbarung zur Kolonalisierung Neuseelands mit 540 Maori chiefs, auf seinem Grundstück unterschrieben. 

 

1845 Deutsche Auswanderer pflanzen Müller Thurgau 

 

1906 Zu diesem Zeitpunkt waren 220 Hektar Reben in Neuseeland gepflanzt. 

 

1923 waren es nur noch 45 Hektar.
Grund dafür war ein Neuseeländisches Alkoholproblem mit einer gestiegenen Gewaltbereitschaft und vielen Straftaten. Ursprünglich versuchte man eine komplette Prohibitation einzuführen, doch der Widerstand der Bevölkerung war enorm. Man konnte sich dazu einigen, dass Bars und Pubs nach 18.00 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen. 

 

In diesen frühen Anfängen des Neuseeländischen Weinbaus, hatte die Bevölkerung kein Interesse an trockenen Tischweinen wie wir sie heute kennen. Madeira, Portwein & Sherry waren aufgrund der Süße und dem hohen Alkoholgehalt sehr beliebt. Man versuchte vor Ort diese Weinstile so billig wie nur möglich nach zu machen.

 

Erst als Neuseeländische Soldaten während dem 2.Weltkrieg trockene Weine in Europa kennen lernten, änderte dies die Gewohnheiten der Bevölkerung.

 

Ende des 2.Weltkrieges trank der Neuseeländer im Schnitt 1 Liter Wein pro Jahr, pro Kopf. 1960 waren es bereits 2 Liter. Beim Bier sank der Durchschnitts Verbrauch von 1960 mit 100 Liter pro Jahr, pro Kopf uf 8,5 Liter in 1976. 

 

1946 fand das Department of Agriculture heraus, dass 60% der Weine von kleinen Weingütern mit Bakterien verunreinigt waren und somit nicht für den Menschlichen Verzehr geeignet waren. Die Winzer waren sehr unwissend. Sie versuchten Wein mit Zucker und Wasser „aufzufüllen“, was aber nicht immer zu dem gewünschten Produkt führte. Ebenfalls ein Problem war der Rosinenwein. Während der Reblausplage mit Beginn im 18. Jahrhundert wurde weltweit Rosinenwein produziert. Zu diesen Zeitpunkt waren Rosinen Steuerfrei erhältlich. In einem Buch aus dem Jahr 1880 „The art of making wine from raisins“, wird beschrieben wie man mit Rosinen, heißem Wasser und Zucker eine Gärung starten kann. Zum Schluss kam noch etwas Farbextrakt in den Wein. In den Jahren 1880 – 1890 waren geschätzt 10% der Weine und ca. 1/6 aller französischen Weine Rosinenwein. 

 

Bis 1955 war der Verkauf von Einzelflaschen strikt verboten. Man musste immer mindestens 2 Gallonen (ca 12 Flaschen) kaufen. Der Neuseeländische Finanzminister Arnold Nordmeyer erhob in dieser Zeit höhere Steuern auf importierten Wein und sonstigen Alkohol. Ab diesem Zeitpunkt ging es mit der lokalen Weinindustrie langsam aufwärts. 

 

1975 Die ersten Sauvignon Blanc Reben werden in den Marlboroughs gepflanzt. Pinot Noir wird in Central Otago erst ein Jahrzent später gepflanzt

  

1980 wurde in Neuseeland ein Gesetz erlassen, welches das Strecken von Wein mit Wasser und Zucker verbietet. 

 

Mitte der 1980er Jahren ging es dann erst so richtig los. Durch diverse Weinshows in Großbritannien gewann der Sauvignon Blanc immer mehr an ansehen. In den 90er Jahren gewann Neuseeländischer Sauvignon Blanc dann eine Medaille nach der anderen und machte Neuseeland zu einem bekannten Weinland

 

1993 Die ersten Erfolge für Wein in Neuseeland hatte man also schon in der Tasche, da überlegte man noch, ob die Region Central Otago überhaupt warm genug für den Weinbau sei. Keine 30 Jahre später zählt Central Otago mit 137 Winzern und 2000 Hektar Rebfläche zu der weltbesten Weinregion für Pinot Noir. (Stand 2018) 

 

Das Wachstum in dieser Zeit ist atemberaubend: 

In den 1990er Jahren zählte man in den Marlboroughs noch 2000 Hektar Reben, 2017 waren es bereits 25.000 Hektar und somit ca. 2/3 aller Neuseeland Weinreben.

 

2005 hatte Neuseeland erstmals mehr Wein exportiert als dort konsumiert wurde.

 

Die Australier, Amerikaner und Briten waren verrückt nach Wein aus Neuseeland. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 verdreifachte sich die Produktion! 

 

2008 reduzierte sich der Absatz durch den Finanzcrash dramatisch und eine neue Strategie für den internationalen Markt war gefragt. Man verkaufte die Weine mehr als Massenware um die Preise zu drücken. Weinblasen mit 24.000 Liter Wein werden verschifft und im Empfängerland auf Flaschen umgefüllt. Von 5% Massenware vor 2008, steigerte man sich bis zu 33%. Durch diese Billigware, die mit imaginieren Bilder von Walen und Bergen bedruckt wurden und zu absoluten Spottpreisen im Supermarkt immer noch angeboten werden, hat sich das Bild von Neuseeländischen Wein Dramatik verschlechtert.